Aktuelle Mandateninformationen

Die Abgeltungssteuer

Ab 2009 werden Zinsen, Dividenden und private Veräußerungsgewinne auf Wertpapiere (nicht Immobilien) mit 25% pauschal besteuert. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Mit dem Steuerabzug ist die Einkommensteuer des Gläubigers der Kapitalerträge grundsätzlich abgegolten.

Das Halbeinkünfteverfahren für Privatanleger wird gestrichen. Damit müssen 100% der Dividenden und Kursgewinne versteuert werden. Bisher waren Dividenden und Kursgewinne mit Aktien innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr nur zur Hälfte steuerpflichtig und dies zum jeweils gültigen persönlichen Steuersatz.

Die Spekulationsfrist von einem Jahr wird aufgehoben. Dies gilt aber nur für nach dem 31. Dezember 2008 erworbene Wertpapiere.

Bemessungsgrundlage für den Steuerabzug sind die Bruttoerträge, die nur durch den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von EUR 801,-- reduziert werden. Ein darüber hinausgehender Werbungskostenabzug ist nicht mehr möglich.

Es gibt eine Veranlagungsoption, die für Steuerpflichtige mit einem Grenzsteuersatz von weniger als 25% interessant ist. Hierbei werden die Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Durch die Abgeltungssteuer ist ein Kontenabruf zur Verifikation der Kapitaleinkünfte grundsätzlich nicht mehr erforderlich. Dies wird durch eine gesetzliche Änderung in § 93 AO klargestellt.

Im Ergebnis stellen wir fest, dass durch die Unternehmenssteuerreform die Anleger, die in Zinspapiere investieren, entlastet werden, während Anleger, die in Aktien investieren, durch den Wegfall von Halbeinkünfteverfahren und Spekulationsfrist belastet werden.

Gesetz zur Abschaffung der Eigenheimzulage

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 21. Dezember 2005 der Abschaffung der Eigenheimzulage zugestimmt. Somit entfällt die größte Einzelsubvention der Bundesrepublik Deutschland und eine wichtige Unterstützung für alle, die die eigenen vier Wände anstreben.

 

Die Eigenheimzulage erhalten nur noch diejenigen, die vor dem 1. Januar 2006 den Bauantrag eingereicht haben oder im Falle der Erwerbs vor diesem Datum den notariellen Kaufvertrag abgeschlossen haben.

Gesetz zur Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen

Die Attraktivität sogenannter Steuerstundungsmodelle wurde durch die Einführung des § 15b EStG eingeschränkt. Zukünftig sind Verluste nur noch mit späteren positiven Einkünften aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden können.

 

Betroffen sind insbesondere Verluste aus Medienfonds, New Energy Fonds, Leasingfonds und Wertpapierhandelsfonds.

 

Als Diversifikationsinstrument besitzen diese Kapitalanlagen dennoch auch weiterhin eine Existenzberechtigung.

 

Durch die Zahlung von Stückzinsen, die Bildung von Rücklagen nach § 7g EStG und den Abschluss sogenannter Rürup-Renten verbleiben dem Steuerpflichtigen weiterhin wichtige Steuerstundungsinstrumente. Wir beraten Sie hierzu gerne.

Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm

Das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm sieht folgende Änderungen vor:

 

1. Wegfall des Freibetrags in Höhe von € 7.200,-- bis € 11.000,-- auf Entlassungsentschädigungen


Dies gilt nicht für Abfindungen, die auf Grund von Verträgen ausgezahlt werden, die vor dem 1. Januar 2006 abgeschlossen wurden und die vor dem 1. Januar 2008 zufließen.

 

2. Wegfall der Steuerfreiheit auf Übergangsgelder und Geburts- und Heiratsbeihilfen


3. Wegfall der degressiven Abschreibung auf zu Wohnzwecken vermieteten Immobilien


Durch den Wegfall des § 7 Absatz 5 EStG sind zu Wohnzwecken vermietete Immobilien zukünftig nur noch mit 2% per annum abzuschreiben. Die degressive Abschreibung kann dann noch angewendet werden, wenn der obligatorischem notarielle Kaufvertrag vor dem 1. Januar 2006 abgeschlossen wurde oder im Falle der Herstellung vor diesem Datum der Bauantrag gestellt wurde.

 

4. Steuerberatungskosten sind keine Sonderausgaben mehr


Steuerberatungskosten, die nach dem 31. Dezember 2005 bezahlt werden, sind keine Sonderausgaben mehr. Allerdings können sie als Werbungskosten oder Betriebsausgaben nach wie vor Steuer mindernd zum Ansatz gebracht werden.

Änderungen auf Grund des Alterseinkunftsgesetzes

Der Gesetzgeber hat die steuerliche Behandlung von Beiträgen und Leistungen im Zusammenhang mit der Altersvorsorge völlig neu geregelt.

 

Beiträge zu bestehenden Rentenversicherungen (z. B. zur gesetzlichen Rentenversi-cherung oder zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen) und zu neuen, ab 2005 abgeschlossenen privaten Leibrentenversicherungen können mit einem jährlich steigenden Prozentsatz als Sonderausgaben abgezogen werden; entsprechende Rentenzahlungen sind dann je nach Rentenbeginn mit steigenden Anteilen zu versteuern, bis im Jahr 2040 die volle Besteuerung erreicht wird. Beiträge zu privaten Kapitallebensversicherungen der herkömmlichen Art oder Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht sind nur noch dann wie bisher steuerbegünstigt, wenn entsprechende Verträge bis zum 31.12.2004 abgeschlossen waren und auch Beiträge geleistet wurden.

 

Da das Alterseinkünftegesetz zum Teil erheblich in die Besteuerung langfristiger Altersvorsorgeverträge eingreift, ist eine Vertrauensschutzregelung getroffen worden. Danach sind die bis Ende 2004 geltenden Regelungen zur Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen weiterhin anzuwenden, wenn diese zu einem höheren Abzug führen (sog. Günstigerprüfung).

 

Bestandsrentner müssen beachten, dass für das Jahr 2005 der Ertragsanteil der Renteneinkünfte von 27% eines sog. Eckrentners auf 50% ansteigt. Dadurch steigt die Steuerbelastung von Rentnern mit hohen Einkünften deutlich. Darüber hinaus kann es bei Rentnern, die bislang von der Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen befreit waren, zu einem Widerruf dieser Befreiung kommen.

 

Junge Leute, die erst nach dem 01.01.2040 in Rente gehen, müssen bei Ihrer Rentenplanung beachten, dass die Rentenzahlungen zu 100% als Einkünfte versteuert werden.

Jahr     Besteuerung der Renteneinkünfte in %    Abzug der Sonderausgaben in % 
  2005                           50                         60
  2006                           52                         62
  2007                           54                         64
  2008                           56                         66
  2009                           58                         68
  2010                           60                         70
  2011                           62                         72
  2012                           64                         74
  2013                           66                         76
  2014                           68                         78
  2015                           70                         80
  2016                           72                         82
  2017                           74                         84
  2018                           76                         86
  2019                           78                         88
  2020                           80                         90
  2021                           81                         92
  2022                           82                         94
  2023                           83                         96
  2024                           84                         98
  2025                           85                       100
  2026                           86                       100
  2027                           87                       100
  2028                           88 usw.                       100

Aufwendungen für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind:

  • Altenpflege, Altenversorgung und Altenbetreuung
  • Gartenpflege
  • Hauswirtschaftliche Leistungen
  • Kochen
  • Kinderbetreuung, Kinderpflege und Kinderversorgung
  • Krankenpflege, Krankenversorgung und Krankenbetreuung
  • Schönheitsreparaturen (keine Baumarktrechnungen)
  • Wohnungsreinigung

 

Gesetzeswortlaut § 35a Absatz 2 EStG:

 

Für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, ermäßigt sich die Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 vom Hundert, höchstens 600 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, die nicht Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Aufwendungen für eine geringfügige Beschäftigung im Sinne des § 8 des SGB IV darstellen und soweit sie nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt worden sind.

 

Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass der Steuerpflichtige die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der haushaltsnahen Dienstleistung durch Beleg des Kreditinstituts nachweist.

 

Sollten Sie derartige Aufwendungen gehabt haben, bitten wir unsere Mandanten um Einreichung der entsprechenden Rechnungen mit Kopie des belasteten Girokontoauszugs in unserer Kanzlei.

 

Für weitere Informationen möchten Sie bitte das BMF-Schreiben vom 01.11.2004 durchlesen. Gerne stehen wir auch für eine persönliche Beratung zu Ihrer Verfügung.